Vorschau
Liebes Publikum, liebe Freundinnen, liebe Freunde!
FREIHEIT und LIEBE sind die Gedanken, die “Kunst am Nussberg” seit ihrem Anfang den Weg weisen.
Unser Patron Ludwig van Beethoven ist, wie immer, bei uns, ebenso, wie in diesem Jahr Joseph Haydn. Denn Beethoven kommt nach Wien, das durch Haydn geprägt ist.
In diesem Bewusstsein nehmen wir uns auch in dieser siebten Saison die Freiheit, unser Programm aus diesen Gedanken heraus zu gestalten.
Die Saison eröffnen wir am 30. Mai, wenn Martina Ebm aus dem Briefwechsel zwischen Johannes Brahms und Clara Schumann liest, ergänzt durch Texte von Rainer Maria Rilke und Lou Andreas-Salomé. Eine Begegnung, in der sich auch eine geheime, unausgesprochene Liebesgeschichte andeutet. Clara Schumann ist darin die prägende künstlerische Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts: Pianistin, Komponistin, schöpferische Kraft.
Das H-Dur Klaviertrio von Brahms wird auch gespielt von Dalibor Karvay an der Violine und Sebastian Bru am Violoncello – ein Werk aus seiner frühen Schaffensphase. Mutig, frei, unangepasst.
Am 7. Juni folgt eine neue „Cinderella“-Produktion für Kinder mit den BallettsolistInnen Mila Schmidt, Taina Burger Luiz, Keisuke Nejime, László Benedek und Sebastian Wendelin als Erzähler zur Originalmusik von Sergej Prokofjew.
„Cinderella“ wird zu einem leichten, poetischen Spiegel, in dem sich kindliche Wahrnehmung und ein frühes Gespür für Gerechtigkeit berühren.
Am 28. Juni geht es weiter zu Franz Grillparzer und seinem „Armen Spielmann“, in dem Petra Morzé von einem Menschen erzählt, der sich ganz der Musik verschreibt und dadurch ein Leben jenseits bürgerlicher Maßstäbe führt. Die Frage nach einer Freiheit, die nicht von einem Außen entschieden wird, sondern im Inneren besteht.
Elisabeth Leonskaja ist an diesem Abend wieder bei uns und ehrt uns mit Ludwig van Beethovens letzter Klaviersonate op. 111. Diesseits, Jenseits. Jenseits ist Musik, glauben wir.
Am 4. September schließlich steht Joseph Haydn im Zentrum, dessen Bedeutung für die Wiener Musiktradition kaum zu überschätzen ist und ohne den auch Beethoven nicht denkbar wäre.
Sein „Zigeunertrio“ entfaltet jene ungarisch geprägte Klangwelt, die für sein Werk charakteristisch ist und hier mit Sándor und Ádám Javorkai zur Aufführung kommt, während Michael Dangl aus Alexander Puschkins „Die Zigeuner“ liest – einer Erzählung über einen Mann, der sich einer Gemeinschaft anschließt, um Freiheit zu finden, und der schließlich erkennt, dass er dem eigenen Ich nicht entkommt.
Wir freuen uns sehr, Ihnen in dieser Saison auf dem Nussberg wieder begegnen zu dürfen.
Mit lieben Grüßen
Anika Vavic und Martin Funovics